Kommunikativ?

Ein Impuls von Ellen Niemann

Können wir uns noch eine Welt ohne Telefon vorstellen?
Dabei ist es noch gar nicht so lange her, seit wir ohne die Hilfe von der Vermittlungszentrale Verbindungen herstellen können. Erst 1926 wurde der Weg frei für selbstständiges anwählen. Die Entwicklung geht rasant weiter: Fernschreiber, Computer, schnurloses Telefon, Internet und Handy.

Man sollte meinen, dass die zwischenmenschliche Kom- munikation einen riesigen Sprung nach vorne gemacht habe. Schließlich gibt es nichts mehr, was oder wen man nicht erreichen könnte..
Emails sausen hin und her; mal eben eine SMS schicken mit 160 Zeichen - und so entwickelt sich eine ganz eigene telegramstylartige Sprache. Fastfood eben - Hauptsache, jeder weiß Bescheid und das so schnellwie möglich.

Nein, ich verurteile all diese technischen Entwicklungen nicht, im Gegenteil: Wir können alle dankbar dafür sein - wenn wir nicht vergessen, dass es auch noch auf etwas anderes ankommt, als auf Geschwindigkeit und Informationsaustausch. Glaubt man einer Studie, so lässt der Austausch innerhalb der Familie zu wünschen übrig. Es wird behauptet, dass sich die durchschnittliche Zeit, in der Eltern mit ihren Kindern sprechen, auf täglich 10 Minuten beläuft. Eine Folge falscher Prioritäten?
Lukas 10, 38-42 berichtet von zwei Schwestern, die Jesus zu sich nach Hause einladen. Maria setzt sich zu Jesus und hört ihm aufmerksam zu. Sie weiß, wie wertvoll die Zeit mit ihm zusammen ist.
Martha will Jesus Gutes tun und wirbelt für ihn herum. Jesus bewertet das Zuhören von Maria als das Bessere. Er setzt hier klare Prioritäten.

Miteinander reden, dem anderen zuhören, sich dem Anderen zuwenden wird in unserer schnellen, oft hektischen Welt immer wichtiger. Kommunikation tut nicht nur not, sie tut auch gut.

Denken wir daran:
Einem Menschen zuhören können hat etwas mit lieb haben zu tun.